Wer hat von meinem Tellerchen gegessen?

Ein berühmter Satz aus einem berühmten deutschen Märchen.
Und eine typisch deutsche Frage !

In Griechenland ist es ganz egal, wer von wessen Tellerchen gegessen hat, da sind die Tellerchen nämlich für alle da, die mit am Tisch sitzen. Ihr ahnt es schon, ich spreche von meinem Lieblingsgebiet der griechischen Esskultur, den Mezé !

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Ich gestehe, ich mag Ouzo! Den samiotischen noch ein bisschen lieber, als alle anderen. Und dazu gehören nun mal die traditionellen kleinen Häppchen und Gerichte, die man teils ungefragt zum Getränk gereicht bekommt, oder aber aus einer langen Liste in der jeweiligen Speisekarte nach Lust und Hunger auswählt.

Je größer die Tischgesellschaft, desto mehr kleine Tellerchen finden sich auf dem Tisch und jeder bedient sich nach Belieben. Ausgebackenes Gemüse… Pürrees aus Auberginen, Schafskäse, Meeräschenrogen oder gelben Erbsen… das allgegenwärtige Tsatsiki… Oktopus und Tintenfisch gegrillt oder frittiert… Bohnensalat… Muscheln… Kichererbsenbällchen… im Ganzen frittierte kleine Fischchen… Tomaten- und Gurkenstücke… Käse- oder Spinatpastete… Wer fragt da noch nach dem Hauptgang ? Ich nicht…

Essen bedeutet in Griechenland nicht nur, etwas gegen den Hunger zu tun. Es ist vielmehr die Freude am Genuß, mit Freunden zusammenzusitzen, über Gott und die Welt zu plaudern, zu lachen, die Speisen zu probieren und darüber zu diskutieren.
So ein Abend beginnt spät und kann sich lange hinziehen. Was wäre da praktischer, als die vielen kleinen Tellerchen, von denen man immer mal wieder naschen kann…

Und wie kommt man nun als Urlauber an seine Mezé ? Ein guter Weg: Man begebe sich in eine traditionelle Ouzeri, bestelle einen Ouzo (Wein… Bier… Limo…) und lasse sich überraschen, was da so auf dem Tisch landet. Auch gut: Man begebe sich in eine anerkannt gute Taverne, die auch von Griechen frequentiert wird, und bewege den Finger auf der Vorspeisenkarte auf und ab, bis man genug Tellerchen beisammen hat. Eher eine Notlösung: Man bestelle die in Touristenorten allüberall angebotene „Vorspeisenplatte“ und lasse sich überraschen, was da so… ;-)

Mezé zu Hause aus der eigenen Küche ? Klar, kein Problem ! Man bräuchte nur erprobte Originalrezepte…
Soll ich euch ein paar Lieblingsrezepte aus meinem Fundus verraten ? Gerne !

Das heißt also: Fortsetzung folgt… :-)

3 Antworten auf „Wer hat von meinem Tellerchen gegessen?“

  1. Schön geschriebener Bericht. Auch wir lieben Mezè über alles. Mich würden Deine Rezepte sehr interessieren. Wo gibt es denn auf Samos typische Ouzerien?

    Gruß PeterPan

  2. Die Rezepte habe ich unter Kulinarisches gefunden und werden einiges ausprobieren, danke.

    Gruß PeterPan

  3. Hallo Peter! „Richtige“ Ouzerien (oder auch „Mezedopoleion“ = Vorspeisenhändler ;) ) mit dieser gaaaanz schlichten (und oft etwas heruntergekommenen) Einrichtung gibt es vor allem in Samos-Stadt und da hat es mir im „To Néo“ an der Uferpromenade sehr gut gefallen. Auch in Ano Vathi hat es ein oder zwei solche Lokalitäten. Ansonsten sind es eben die schlichten Dorftavernen, wo man sich die Mezedes zum Ouzo aus der Karte selbst zusammensucht.
    Gute Empfehlungen findet man immer auf http://www.samos.de/de/taverne. Die meisten dieser Lokale habe ich durch, aber noch nicht alle. ;)

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