September 2006

Musste meinem Mann Martin unbedingt mal meine Trauminsel zeigen…

1. Tag:

Nach einem ruhigen Flug, der typischen Samos-Landung und einer recht zügigen Kofferausgabe treten wir aus dem Flughafengebäude. Unsere Gastgeberin Ulrike erwartet uns wie besprochen und wir werden aufs Herzlichste begrüßt. Auch Sandy, unser Lieblings-Autovermieter ist da. Ich freue mich, ein bekanntes Gesicht zu sehen, und fühle mich schon ein bisschen zu Hause. Schnell ist unser Gepäck in Ulrikes Golf verstaut und schon geht es durch die fortgeschrittene Dämmerung nach Ireon.

In der Pension Ermioni angekommen, beziehen wir unser Zimmer, machen uns ein wenig frisch und spazieren in Richtung „Yiannis Taverne“, wo wir uns mit den Animal-Care-Transportfahrern Jörg und Max zum Abendessen verabredet hatten. Da die beiden unser Treffen nicht gerade geheimgehalten hatten, wächst der Vierertisch im Laufe des Abends um vier oder fünf weitere Personen an und es wird eine sehr lustige Runde. Zum Abschluss müssen wir auf Jörgs Anraten noch den Souma in der Summertime-Bar verkosten, bevor wir uns dann entsprechend bettschwer auf den Heimweg machen dürfen.

2. Tag:

Nur schwer können wir uns von der schönen Frühstücksterrasse unserer Pension losreißen. Martin hatte sich für die Variante „Pythagorion zu Fuß“ entschieden, also müssen wir langsam los.

Wir bummeln durch Ireon, überqueren die Imvrassos-Brücke und spazieren an der Strasse entlang zum Heraion. Puuuh, schon ganz schön heiß… Nach einem Rundgang über das Ausgrabungsgelände setzen wir unseren Weg über den Busparkplatz und einen Trampelpfad in Richtung Strand fort. Einige kleine Klettereien und wir erreichen die Strandpiste, die uns bis Potokaki führt.

Auf der Asphaltstrasse geht es dann weiter, mit einem kleinen Abstecher zu den Römischen Thermen, nach Pythagorion.
Die Wanderung hat uns seeehr hungrig und durstig gemacht, also stärken wir uns gleich in der Taverne „Varka“.
Anschließend bummeln wir ein wenig durch den Ort, bevor wir den Bus zurück nach Ireon nehmen.

3. Tag:

Pünktlich um 9.00 Uhr steht Sandy an unserem Frühstückstisch. Wir hatten bei ihm für 3 Tage einen Jeep (Suzuki Jimny) reserviert,
mit dem wir nun Samos erkunden wollen.

Die Formalitäten, incl. einer eingehenden Fahrzeugeinweisung für Martin, sind schnell erledigt. Noch eben die Tasche für unterwegs gepackt und los geht’s.

Über Pythagorion und Paleokastro fahren wir in den Osten der Insel. Den ersten Halt machen wir am Kloster Zoodochou Pigis. Nach einem kleinen Rundgang in der gepflegten Klosteranlage geniessen wir die traumhafte Aussicht bis zur Bucht von Kerveli und zur türkischen Küste. Anschliessend geht es über Kamara in Richtung Samos-Stadt.

Am Amphitheater oberhalb von Ano Vathi parken wir unser Auto und spazieren durch die Gassen der Altstadt hinab in die Inselhauptstadt.
Wir verlaufen uns zum Glück ein wenig und stoßen dadurch auf die Feuerwache. Nachdem (mein Feuerwehrmann) Martin die Fahrzeuge sachkundig beäugt hat, können wir weiter zur Agios Spiridonas Kirche.

Ein kurzer Bummel über den kleinen Markt und dann auf ins Archäologische Museum. Obwohl dies bereits mein zweiter Besuch ist, faszinieren mich die Ausstellungsstücke erneut. Fast schon traditionell legen wir nach dem Museumsbesuch ein Päuschen im Stadtgartencafé ein.

Wieder oben in Ano Vathi starten wir unseren kleinen Jeep und fahren zurück nach Kamara, wo wir auf die Schotterpiste nach Agia Paraskevi abbiegen. Irgendwo müssen wir wohl eine Abzweigung falsch genommen haben, denn plötzlich stehen wir auf dem Gipfel des Profitis Ilias, oberhalb von Samos-Stadt. Egal, da wollten wir später sowieso noch hin. Nachdem wir den tollen Rundblick über Samos-Stadt, die Nordküste und die Inselchen der Nisi-Region genossen habe, rumpeln wir den Berg wieder hinunter und erreichen Agia Paraskevi nun doch noch. Es hat den Anschein, als ob inzwischen nur noch die Taverne „Aquarius“ in Betrieb ist, also lassen wir uns kurzerhand dort nieder.

Der Oktopussalat und die gefüllten Zucchini sind sehr lecker und wir freuen uns über die Weintrauben, die uns der Wirt zum Nachtisch bringt.
Satt und zufrieden bummeln wir an der Bucht mit den vielen bunten Fischerbooten vorbei zum hübschen, frisch renovierten Kirchlein.

Dann geht es über die Schotterpiste auf der Nisi-Halbinsel bis zur Livadaki-Bucht. Für die doch recht beschwerliche Anfahrt ist hier ganz schön was los. Und der kräftige Wind bläst ungemütlich direkt in die Bucht hinein. Also rasch Taucherbrille, Schnorchel und Unterwasserkamera parat gemacht, und ab unter die windstille Wasseroberfläche. Leider war der Wellengang zum Fotografieren fast etwas stark und zudem hatte der Wind einiges an Müll in die Bucht getrieben. Also wieder angezogen und in den Jeep gestiegen.

Zurück nehmen wir die Strasse durch Samos-Stadt, legen einen kleinen Einkaufsstop bei „Lidl“ ein und machen uns auf den Heimweg.

4. Tag:

Heute wollen wir den „Wilden Westen“ von Samos erobern.

Vorbei an Pagondas windet sich die Strasse hoch über der Südküste entlang. Immer wieder blickt man auf das Inselchen Samiopoula und kann im Dunst Fourni erkennen. Dann geht es durch Ormos Marathokampou und Votsalakia immer weiter in den Westen.
Hinter Limnionas begegnen uns kaum noch andere Autos.

Am Ortsrand von Kallithea biegen wir auf die Schotterpiste Richtung Panagia Makrini ab und rumpeln in die Berge.

Obwohl die Gegend sehr einsam ist, ist die Piste doch erstaunlich gut ausgeschildert und wir erreichen problemlos die wunderschön im Wald gelegene Ai Ekatherini-Kapelle. Von hier aus geht es zu Fuß weiter, erst noch ein Stück auf der Schotterstrasse, dann auf einem kleinen Felspfad. Obwohl wir beide gute Wanderschuhe tragen, ist der Weg sehr beschwerlich und durch lose Steine auch nicht ungefährlich.

Da wir in dieser abgelegenen Gegend nicht besonders erpicht auf einen verknacksten Fuß oder ähnliches sind, geben wir unser Vorhaben, die Höhlenkirche Panagia Makrini zu besuchen, auf, gehen zurück zum Auto und machen uns auf den Weg nach Drakei. Leider ist dieser Ort hier oben nicht ausgeschildert, und so nehmen wir im Gewirr der Schotterstrassen einfach immer die bergab führenden Pisten, was uns erstaunlicherweise tatsächlich nach Drakei bringt.

Auf dem Dorfplatz werden wir schon von weitem vom Tavernenwirt Kostas mit „Hallo, hallo“ und anschliessend per Handschlag begrüßt und mit einigen deutschen Höflichkeitsfloskeln auf die Dachterrasse seiner Taverne komplimentiert. Die Geschichten die im Internet von Kostas kursieren, reichen von „gräßlicher Mensch“ bis „Kultstatus“ – das hat mich neugierig gemacht. Auf jeden Fall ist der Aufenthalt bei Kostas ein Erlebnis. Und die Kochkünste seiner Frau sind hervorragend.

Auf dem Heimweg machen wir noch einen Bade- und Schorchelstop in Limnionas und decken uns dann in einem Verkaufshäuschen kurz vor Pirgos noch mit Honig und Bergtee ein. Anschliessend geht es zurück nach Ireon.

5. Tag:

Martin hat heute keine Lust mehr auf Schotter, also fahren wir nach dem Frühstück nach Pythagorion und schauen auf einen Kaffee in Sandys Büro vorbei. Dann geht es weiter zum Kloster Timiou Stavrou.

Offensichtlich haben die Mönche heute keine Lust auf Besuch, denn das Klostertor ist fest verschlossen. Wir amüsieren uns über einige andere Touristen, die verzweifelt versuchen, das Tor zu öffnen: „Da steht geöffnet ab 9.00 Uhr, also muß doch…“ und fahren im Bogen über Mavratzei zurück auf die Hauptstrasse.

Über Chora und Mytillinii erreichen wir die Nordküste und fahren nach Vourliotes. Wir spazieren durch das Dorf und anschliessend auf der Strasse zum Kloster Moni Vronda. Es ist der Tag des Heiligenfestes, deshalb ist die älteste Klosteranlage der Insel, die durch die Waldbrände im Jahr 2000 schwer beschädigt wurde, heute geöffnet.

Nach einem kurzen Rundgang wandern wir zurück zum Auto und fahren das kurze Stück bis zur Taverne an der Pnaka-Quelle.

In dieser lauschigen Oase geniessen wir den besten frischgepressten Orangensaft der Insel und lassen uns ein kleines Mittagessen schmecken.

Anschliessend machen wir es uns ein wenig am Tsabou-Strand gemütlich. Der Wellengang ist wieder einmal zu stark um unter Wasser zu fotografieren. Mit Händen und Füssen an Felsen verkeilt, gelingen mit trotzdem einige gute Aufnahmen und ich freue mich, meinen ersten Oktopus ablichten zu können.

Gegen Abend treffen wir uns mit den anderen Gästen der Pension Ermioni auf der Terrasse: Ulrike und Jannis haben zum Loukoumades-Essen geladen. Es wird eine nette Runde und wir unterhalten uns prächtig.

6. Tag:

Ich wache viel zu früh auf. Eine gute Gelegenheit, um den legendären Sonnenaufgang in Ireon zu bewundern und zu fotografieren.

Um 6.15 Uhr bin ich am Strand: Es ist noch recht dunkel, nur ein roter Streifen zeigt sich schon hinter dem Kap Mykale. Im Laufe der nächsten 45 Minuten bietet sich mir ein grandioses Schauspiel. Ich freue mich, daß ich die Gelegenheit genutzt habe.

Später taucht Jörg überraschend an unserem Frühstückstisch auf.
Er hat für den Tag noch nichts vor, also beschliessen wir, gemeinsam nach Mili zu wandern. Wir wollen den Weg am Imvrassos entlang nehmen. Unterhalb der Imvrassos-Brück entdecken wir einige Sumpfschildkröten, die sich sonnen. Eine Kröte hat es sich auf einem weggeworfenen Pizzakarton gemütlich gemacht.

Vorbei an Obstgärten und Olivenplantagen spazieren wir ins Landesinnere. In Mili angekommen, machen wir es uns unter den Maulbeerbäumen auf der Platia gemütlich. Jörg wird als früherer Stammgast der Dorfes sogleich erkannt und angesprochen.

Nach einem Dorfrundgang wandern wir auf „Jörgs Geheimpfaden“ zurück nach Ireon, lassen uns in der Summertime-Bar sensationelle Eisbecher schmecken und verabreden uns zum Abendessen bei Susi und Yiannis („Yiannis Taverne“)

7. Tag:

Wieder einmal dürfen wir uns an Ulrikes phantastischem Frühstück erfreuen. Jeden Tag bleiben wir noch etwas länger sitzen und ratschen mit den netten anderen Gästen. Es sind lauter Gleichgesinnte, die die familiäre Atmosphäre einer kleinen aber feinen Pension jedem Luxushotel vorziehen.

Später als sonst brechen wir auf. Wir wandern am Pappas Beach vorbei immer weiter nach Süden. Bei einer Hausruine biegen wir auf den Pfad Richtung Meer ab und erkennen schon bald den weißen Felsbogen des Asprokavos. Wir breiten uns auf einer Felsterrasse aus, bereiten Schnorchelzeug und Unterwasserkamera vor und tauchen gleich darauf in eine besonders schöne Unterwasserwelt ein. Wir sehen für das Mittelmeer erstaunlich bunte Fische, ein leuchtend orangeroter Kalkröhrenwurm breitet seine Tentakelkrone aus und unter einem überhängenden Felsen entdecke ich einen recht großen Oktopus.

Kaum halte ich ihm die Kamera „vor die Nase“, wird er schlagartig blaß – oh Sorry ! Also die Kamera etwas weiter weg und der Krake nimmt wieder seine normale Farbe an. Toll !

Auf dem Rückweg machen wir Rast in der Taverne am Pappas Beach, essen eine Kleinigkeit und amüsieren uns über die zahme Krähe, die über Stühle und Tische hüpft und zwischendurch schon mal ein Möbelstück mit einem „Klecks“ dekoriert…

Unser letzter Abend auf Samos bietet dann Anlass zu einer lustigen kleinen Abschiedsfeier unter Freunden in der „Anemos Bar“.

8.Tag:

Nach unserem letzten Frühstück heißt es Abschied nehmen, was uns richtig schwer fällt. Wir haben Ulrike und Jannis als besonders nette Gastgeber kennengelernt und würden es problemlos noch länger bei ihnen aushalten. Aber zu Hause warten unsere 3 Kinder samt Oma sehnsüchtig auf unsere Rückkehr…

Als letztes Highlight dürfen wir auf dem Weg zum Flughafen noch den Formel 1- Fahrstil unseres Taxifahrers geniessen…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.