Mai 2008

Diesmal habe ich zum zweiten Mal meinen Mann Martin und zum allerersten Mal unsere Tochter Vanessa (fast 6 J.) mitgenommen…

1. Tag:

Unser Flieger soll um 6.20 Uhr in Zürich starten, also taumeln wir gegen 4 Uhr morgens im Halbschlaf zu unserem Auto und fahren zweimal um die Ecke, wo mein putzmunterer Vater schon auf uns wartet. Er hat die dankbare Aufgabe, unser Auto vom Flughafen wieder an den Bodensee zurückzulenken, womit wir ca. 100 € Parkgebühren vermeiden. Die Autobahn nach Zürich ist fast völlig leer, so daß wir in der Rekordzeit von 30 Minuten am Flughafen ankommen. Es ist ganz schön frisch und ich freue mich auf die samiotische Sonne.

Diese scheint uns nach einem ruhigen Flug und der Ankunft auf Samos auch gleich freundlich ins Gesicht. Schon bald haben wir unsere Koffer auf dem Trolley und gehen auf den Ausgang zu. Es ist nicht schwierig, das „Yes“-Schild – und am anderen Ende des ausgestreckten Armes das freundliche Gesicht unseres Autovermieters Sandy – zu lokalisieren.

Nun merken wir aber, daß Martin und der Koffertrolley nicht wie vermutet hinter uns waren. Nach einigen Minuten schiebt er sich dann aber doch durch die Menschenmenge. Den Zollbeamten kam der „alleinreisende“ Herr mit dem vollbepackten Wagen wohl etwas seltsam vor und sie baten, den Inhalt des Gepäcks sehen zu dürfen…

Da wir nun alles beisammen und samt reichlich Gepäck in dem kleinen Matiz Platz gefunden haben, können wir uns endlich auf den Weg nach Ireon machen.

Wie immer fällt die Begrüßung in der Pension Ermioni äusserst herzlich aus. Wir ratschen ein wenig mit Ulrike, bevor wir unser Zimmer beziehen und eigentlich nur noch auf die Betten fallen…

Nach einem ausgiebigen Schläfchen und einem Spaziergang durch den Ort lassen wir uns in der Taverne „Agkira“ mit Kaninchen-Stifadho und geschmortem Hähnchen verwöhnen und den Tag bei einem Gläschen Wein ausklingen.

2. Tag:

Voller Vorfreude setzen wir uns morgens an den Frühstückstisch und werden natürlich auch nicht enttäuscht. Wie immer ist Ulrikes Frühstück das erste Highlight des Tages.

Später fahren wir durch Pythagorion und kurz nach dem Ort den Berg hoch zur antiken Stadtmauer. Es ist herrliches Wetter und nicht zu heiss, so daß wir von unserem Parkplatz aus auf die Kuppe des Kastro-Hügels spazieren. Hier oben blüht es noch wunderbar und ich entdecke sogar einige Orchideen. Überall aus dem Gestrüpp lugen Mauerreste aus riesigen Steinblöcken und Vanessa staunt, als ich ihr zeige, wie groß die Stadt früher einmal war. Wir geniessen die Ruhe und die herrliche Aussicht hinunter auf Pythagorion, den Flughafen und die Ebene von Mytillinii auf der anderen Seite.

Dann geht es weiter zum Psili Ammos Strand.
Der Strand ist fast menschenleer und die Liegestühle und Sonnenschirme sind noch nicht aufgestellt, ein seltener Anblick… Die Luft ist warm genug zum Baden, das Wasser aber Anfang Mai schon noch „sehr erfrischend“. Martin und Vanessa belassen es dabei, die Füße zu befeuchten und mein Bad ist auch nur sehr kurz. Dann machen wir es uns auf unserer Decke unter einer Tamariske gemütlich. Bald frischt der Wind auf, der Sand fängt an zu fliegen und es wird unangenehm kühl. Wir gönnen uns einen kleinen Imbiss und fahren zurück nach Ireon, auf Kaffee und Eis bei Susi und Yiannis im Cafe Omikron.

Abends probieren wir die neue Taverne „To Steki“ an der Uferpromenade aus und sind sehr angetan vom guten und sehr freundlichen Service (zum Gedeck gehören neben frischem Brot auch Knoblauchbutter, Olivenpaste und eine Flasche Wasser), den leckeren Speisen und der schönen Lage am Meer, windgeschützt durch eine Art Wintergarten. Besonders überrascht und erfreut waren wir über die Tatsache, daß sich Service und Ambiente nicht im Preis niederschlagen…

3. Tag:

Wie vom Wetterbericht vorhergesagt, hängen dicke Wolken über Ireon und es regnet immer wieder. Aber bekanntlich gibt es ja kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung… Also fahren wir nach dem Frühstück nach Pythagorion um ein wenig zu bummeln. Immerhin können wir uns bei plötzlichen Regengüssen dann in die Geschäfte zurückziehen. Zum Glück nieselt es aber nur leicht und wir spazieren ein wenig durch den Ort und schauen in den einen oder anderen Laden. Vanessas nicht so besondere Laune erhellt sich schlagartig, als sie den schönen Spielplatz auf der östlichen Mole entdeckt.

Nachdem sie alle Spielgeräte ausprobiert hat, gehen wir um die Ecke zum Remataki-Strand, wo wir uns im „I Trata“ ein kleines Mittagessen genehmigen. Es ist ganz schön kühl und der Strand, an dem es sich sonst hauptsächlich rötlichbraune skandinavische Urlauber gemütlich machen, ist menschenleer.

Den Rest des Tages verbummeln wir in Ireon und verkosten abends zur Abwechslung die Pizzen im „Karavopetra“ an der Platia.

4. Tag:

Das Wetter ist heute ein wenig freundlicher, also wagen wir einen größeren Ausflug. Über Pyrgos fahren wir nach Karlovassi, finden die richtige Richtung ausnahmsweise ohne uns zu verfahren und auch die sehr enge Abzweigung nach Paleo Karlovassi zwischen zwei Häusern entdecken wir auf Anhieb. Hier oben ist nicht viel los, die Einheimischen sind unter sich und wir finden problemlos einen Parkplatz auf der unteren Platia. Wir folgen dem Wegweiser zur Agios Antonios Höhle. Hierüber ist in den Reiseführern und im Internet wenig zu erfahren und das hat mich natürlich sehr neugierig gemacht. Vanessa ist einverstanden für eine spannenden Höhle mal ein Stück zu laufen, somit wäre dieses Thema auch schon geklärt…

Durch Oliven- und Obstgärten geht es stetig leicht bergan. Bald nach dem Ortsausgang klebt die Agii Anargyri – Kapelle rechts an der Felswand. Wir werfen einen Blick hinein und tatsächlich besteht die rechte Seite des Kirchleins aus dem gewachsenen Felsen.

Weiter geht es, der Feldweg führt nun durch lichte Wäldchen und Gebüsch. Wir begegnen einigen Ziegen, die uns nur widerwillig den Weg freimachen. Die Ziegenhirtin erwidert unseren Gruß jedoch freundlich.

Nach einer Steigung kommen wir auf eine Art Schotterplatz mit einem Bildstock auf der rechten Seite. Hier weist ein Schild in griechischen Buchstaben auf den Weg zur Höhle.

Zwischen einigen Bäumen hindurch gelangen wir auf einen Felspfad, der recht steil abwärts führt. Vanessa hat großen Spaß am hinunterhüpfen und ist für die bisher „viel zu lange“ Wanderung entschädigt. Nach einer Weile entdecken wir rechts zwischen Bäumen den Höhleneingang. Drin ist es stockdunkel (logisch…), aber wir haben ja eine Taschenlampe dabei… Oh… Vielleicht hätten wir die Batterien vorher mal testen sollen…

Wir tasten uns also im funzeligen Restlicht der Lampe tiefer in die Höhle. Der Boden ist relativ eben, so daß es nicht wirklich gefährlich und auch für Kinder problemlos zu machen ist. Nur die Höhlendecke ist an manchen Stellen etwas niedrig, so daß wir Erwachsenen hauptsächlich in gebückter Haltung unterwegs sind.

Überall sind kleinere Tropfsteinformationen zu sehen. Nichts Spektakuläres, aber doch recht interessant. Im hintersten Winkel der Höhle entdecken wir dann auch die kleine Höhlenkapelle. Ich kann noch einige Fotos machen, bevor unsere Taschenlampe droht, ganz zu versagen und wir uns lieber wieder auf den Weg zum Ausgang machen.

Wieder oben auf dem Feldweg angekommen, entscheiden wir uns gegen das Weiterwandern bis zum Potami-Strand und gehen den selben Weg wieder zurück nach Paleo Karlovassi. Zum Glück gibt es auch dort einen Kinderspielplatz und während Vanessa alles ausprobiert, geniessen wir die herrlich Aussicht auf den alten Ort, die Agia Triada – Kirche auf der Felskuppe und das Meer dahinter.

Anschliessend fahren wir auf der Küstenstraße nach Osten und biegen nach Agios Konstantinos ins Nachtigallental ab. Vanessa klagt über „Magenprobleme“ wegen den vielen ungewohnten Kurven und wir machen vorsichtshalber eine kurze Pause am Straßenrand, bevor wir die Serpentinen nach Manolates in Angriff nehmen.

Nachdem wir ohne Nothalt auf dem Parkplatz des Ortes angekommen sind, ziehen wir uns fröstelnd die Strickjacken über. Bisher war es angenehm warm, aber inzwischen hat sich der Himmel bewölkt und hier oben ist es verflixt kalt.

Wir steigen die steilen Gassen hinauf und folgen dabei immer den Wegweisern zur Taverne „Loukas“. Ich bin schon gespannt, ob sich in den 4 Jahren, seit ich das letze Mal hier oben war, etwas geändert hat, stelle aber fest, daß alles beim Alten ist.

Das Lokal ist wie immer gut besucht, die Aussicht ist allerdings wegen des trüben Wetters heute nicht ganz so grandios. Trotzdem lassen wir es uns schmecken und Vanessa freut sich über die VIP-Behandlung, die Wirt Loukas ihr zuteil werden lässt (wie allen Kindern, aber das wird natürlich nicht verraten… ;-).

Auf dem Rückweg folgen wir der Küstenstraße bis hinter Kokkari und nehmen dann die Abkürzung über den Hügel bei der Mülldeponie, die uns über Mytillinii nach Chora in den Marinopoulos Supermarkt führt. Wir erstehen etwas Käse, Würstchen und Tomaten, was uns nach dem Mittagessen bei „Loukas“ als Abendbrot völlig reicht.

5. Tag:

Heute lassen wir es langsam angehen und frühstücken gemütlich und ausgiebig.

Dann fahren wir nach Samos-Stadt und stellen das Auto auf dem letztes Jahr entdeckten „Parkplatz für Fußkranke ;-)“ ab. Meine Lieben haben Durst, also führt uns unser Weg erst einmal auf einen frischen Orangensaft bzw. Frappe in den Stadtgarten.

Anschließend bummeln wir ein wenig durch die Einkaufsmeile in Richtung Hafen, wo Vanessa Hunger meldet. Ich erinnere mich an die leckeren belegten Baguettes in der Cafe-Bar des Hotel Samos, also lassen wir uns dort nieder. Ich bin ein wenig enttäuscht, daß es meine erträumten Baguettes nicht mehr gibt. Vanessa ist mit dem empfohlenen Toast einverstanden und erhält zwei Scheiben Toastbrot, die mit Schinken und Käse belegt im „Sandwich-Maker“ plattgebügelt wurden. Sie verspeist es mit Genuss, aber ich streiche in Gedanken diese Adresse aus meiner „Lecker-Essen-Liste“.

6. Tag:

Das Wetter wir mit jedem Tag schöner und wir können wieder ohne Strickjacke unter der lauschigen Pergola vor der Pension frühstücken. Heute ist mein Geburtstag und nach den lieben Glückwünschen der ganzen Familie Taleporou finden wir auch noch einige Extra-Leckereien auf dem Frühstückstisch. Ich glaube, seit ich vor ca. 22 Jahren von zu Hause ausgezogen bin, wurde ich nicht mehr so verwöhnt… :-)

Ich habe mich immer gerne an die schöne Wanderung nach Myli vor 2 Jahren erinnert, auf der uns Samoskenner Jörg begleitet hat. Heute möchte ich diesen „längeren Spaziergang“ am Flüsschen Imvrassos entlang gerne noch einmal machen.

Ulrikes Tochter Maja hat sich in den letzten Tagen mit Vanessa angefreundet und möchte uns gerne begleiten. Wir finden den Weg unter der Brücke am Ortseingang problemlos und wandern zuerst durch Schilf, dann durch Oliven- und Orangenhaine nach Norden. Hier in der Ebene ist es recht heiss und der Weg zieht sich ganz schön. Die beiden Mädels halten aber angesichts der versprochenen Erfrischungen auf der Platia von Myli tapfer durch.

Endlich angekommen müssen wir leider feststellen, daß in Myli die Saison anscheinend noch nicht begonnen hat. Keine Tische und Stühle und beide Tavernen sind verrammelt.

Immerhin gibt es auch hier einen Spielplatz und wir erfrischen uns aus den mitgebrachten Wasserflaschen und einer Tüte Kekse.

Auf dem Rückweg entdecken wir noch einen winzigen Laden, wo wir für die Mädchen je ein Eis erstehen können. Maja erklärt uns dann, daß es kürzer ist, auf der Straße nach Pagondas nach Ireon zurückzulaufen, also nehmen wir diesmal diese Strecke.

Nach einem kleinen Mittagsschläfchen gehen wir einkaufen, da ich mich für die in bisher 3 Urlauben liebevolle Betreuung durch die Taleporous gerne einmal revanchieren möchte und Ulrike mir ihre Küche zur Verfügung gestellt hat um „Dünnele“ (eine badische Zwiebelkuchen-Art) zu backen. Wir fahren also zu Lidl, da ich annehme, dort auf Anhieb alle Zutaten zu finden. Leider streiken jedoch die griechischen Spediteure seit fast einer Woche und die Regale sind beängstigend leer. Im Marinopoulos finde ich aber zu meiner Erleichterung die noch fehlenden Artikel. Zum Glück gelingt auch meine Backaktion und wir stellen begeistert fest, daß griechischer Wein zu diesem badisch-bäuerlichen Gericht ganz hervorragend schmeckt…

7. Tag:

Vor zwei Jahren hat uns der Westen der Insel ganz besonders fasziniert.

Wir beschliessen, heute nach Drakei zu fahren und hoffen, daß sich unsere Tochter inzwischen an die unebenen, kurvigen Strassen gewöhnt hat. Kurz vor Kallithea macht Vanessa ein komisches Geräusch… Der nagelneue Mietwagen wäre also „eingeweiht“ und unser Kind nicht mehr vorzeigbar, so daß wir wieder nach Ireon zurückfahren. Vanessa diesmal mit dem Sandeimerchen auf dem Schoss… Wären wir da mal früher drauf gekommen…

Nach einer kleinen Mittagspause kommt uns Maja im Zimmer besuchen und es wird recht turbulent, also gehe ich mit den Mädels für den Rest des Nachmittags an den kleinen Strand beim Fischerhafen. Die Beiden spielen am Wasser und ich stöpsle mir Musik in die Ohren und lehne mich zurück… Aaaaah…

8.Tag:

Ich hatte Freund Uli versprochen, ihn vom Flughafen abzuholen und nach Ambelos zu fahren. Eigentlich sollten Vanessa und Martin auch mitkommen und wir wollten uns bei der Gelegenheit Ambelos und Stavrinides anschauen. Angesichts der Tatsache, daß beides Bergdörfer und nur über sehr kurvenreiche Straßen zu erreichen sind, haben die Beiden aber verzichtet und ich mache mich also nach dem Frühstück alleine auf den Weg zum Flughafen.

Ist schon seltsam, wenn man nicht als Tourist ankommt, sondern sich zwischen Reiseleiterinnen, Pensionswirten und Autovermietern einreiht, um jemanden abzuholen.

Nach einiger Wartezeit entdecke ich Uli in der herausströmenden Menschenmenge und halte ganz professionell mein handgeschriebenes „Uli K.“ Schild (Zettel..) hoch…

Es klappt und wir begeben uns zwischen den wartenden Transferbussen hindurch zum Auto.

Ich war noch nie in Ambelos, merke, daß es die Serpentinen ganz schön in sich haben und bin froh, daß Vanessa nicht dabei ist. Aber es ist sehr schön hier oben und ich beschließe, irgendwann mit etwas mehr Zeit wiederzukommen. Nach einer kurzen Hausbesichtigung und einem Frappe auf der Platia muss ich mich nämlich auf den Rückweg machen, bin sowieso schon spät dran und die Lieben warten.

Auf dem Rückweg stöpsle ich den iPod an den FM-Transmitter (ein besonderer Service von „Yes Rent A Car“), drehe die Lautstärke des Autoradios etwas höher als sonst und während der Fahrt kommt endlich richtig Urlaubsstimmung auf. Ich halte ab und zu an, um Fotos zu machen und komme mit gepflegten anderthalb Stunden Verspätung wieder in der Pension an… That’s Greece… ;-)

9. Tag:

Heute empfiehlt das Wetter uns einen Badetag und wir fahren nach dem Frühstück zum Psili Ammos – Strand. Wieder finden wir ohne Probleme einen Parkplatz, obwohl inzwischen der Strand mit Liegen und Sonnenschirmen versehen ist und sich doch schon etwas mehr Menschen dort tummeln.

Wir verbringen einen halben Tag mit Baden, Buddeln und Dösen, bevor wir wieder nach Ireon zurückfahren und den obligatorischen Nachmittags-Abstecher ins Cafe Omikron machen.

Gegen Abend fahren wir mit Ulrike und Maja in die Berge oberhalb von Pagondas, wo Ulrikes Mann Jannis in einem Olivenhain ein Häuschen baut. Als wir erfahren haben, daß dieses dann auch als Ferienhaus vermietet werden soll, sind wir natürlich hellhörig geworden und wollten das Haus unbedingt sehen.

In der Bergeinsamkeit angekommen, stehen wir vor einem traditionellen Häuschen mit einer phantastischen Aussicht auf die Ebene bei Pythagorion, das Meer und die türkische Küste. Ich bin begeistert und sehe mich schon mit einer Tasse Kaffe oder einem Glas Wein und einem guten Buch auf der Terrasse sitzen…

Vielleicht drei Tage in den Bergen und der Rest des Urlaubs in der Pension, das wäre schön… Aber noch ist es nicht so weit…
Jannis werkelt noch am Innenausbau. Vielleicht nächstes Jahr… Ich werde das Projekt auf jeden Fall im Auge behalten…

10. Tag:

Maja hat morgen Geburtstag und Vanessa zu ihrer Party eingeladen. Das hat mich sehr gefreut und ich bin schon gespannt, wie so ein griechischer Kindergeburtstag abläuft. Mir wurde früher schon erzählt, daß die Eltern der kleinen Gäste oft mit dabei sind und zumindest mit Kaffee bewirtet werden wollen… Interessant…

Auf jeden Fall müssen wir heute noch ein Geschenk besorgen und fahren zu diesem Zweck nach Pythagorion. Ulrike meinte, Maja findet alles schön, was glitzert. Na, da hat sie mit Vanessa etwas gemeinsam und wir erklären unsere Tochter daher zur Einkaufsberaterin. Sie macht ihren Job recht clever und wählt für Maja ein rosa Makramee-Armband aus. Natürlich muß sie als Majas Freundin auch so eines haben…

In einem anderen Geschäft finden wir noch eine kleine glitzernde Dose um das Armband zu verpacken und fahren zufrieden nach Ireon zurück.

Nach einem kurzen Mittagsschläfchen gehe ich mit Vanessa an den Ortsstrand, während der Papa noch ein wenig länger „Augenpflege“ betreiben darf…

11. Tag:

Heute nutzen wir die Tatsache, daß wir kein Auto mehr haben und schauen uns endlich mal richtig in Ireon um. Es ist schon fast peinlich, daß wir diesen netten, gemütlichen Ort meistens nur als Schlafplatz benutzen.

Das scheint aber den meisten Urlaubern so zu gehen, denn tagsüber sind in Ireon die Einheimischen fast unter sich. Am Abend ist dafür in den Tavernen und Bars noch Einiges los. Vor allem am Wochenende wird es etwas voller und sehr griechisch, wenn die Einwohner der umliegenden Bergdörfer zur abendlichen Volta („Sehen und gesehen werden…“) herunter kommen.

Ireon wird leider von vielen Reiseführern als „unattraktiv und maximal für jüngeres Publikum geeignet“ beschrieben. Das Dorf ist sicherlich Geschmacksache und das Ortsbild nicht mit Kokkari und Pythagorion zu vergleichen. Dafür hat man aber als interessierter Urlauber viel Einblick ins griechische Alltagsleben und viel Platz am Ortsstrand. Ich kann nur jedem Skeptiker raten, einmal einen Samstagabend in Ireon zu verbringen. Lecker Essen in einer der vielen guten Tavernen und anschließend einen Schlummertrunk auf der Platia beim „Leute gucken“…

So, Ortsrundgang ist beendet und eine ganze Menge Fotos für die Trauminsel-Seite sind im Kasten… Zeit für ein Mittagsschläfchen…

Um 17 Uhr beginnt Majas Geburtstagsparty. Tatsächlich sind auch einige griechische Mamas und ein nichtgriechischer Papa anwesend, also bleiben wir zu Vanessas Erleichterung auch da und beobachten das lustige Treiben.

Maja hat sich als Unterhaltungsprogramm Topfschlagen und Wurstschnappen gewünscht, Spiele, die den griechischen Kindern völlig unbekannt sind. Die Geburtstagsparty wird zu einem wilden, lauten und fröhlichen Event.

Kein Wunder, daß Ulrike danach völlig erledigt ist und sich nur noch „ein Gläschen Ouzo“ wünscht. Es wird ein sehr lustiger Abend…

12. Tag:

Schon lange wollte ich mal ein wenig auf den Feldwegen spazieren, die auf den Hügel oberhalb vom Papas Beach führen. Also machen wir uns nach dem Frühstück auf den Weg. Leider ist es ziemlich heiß und Vanessa streikt schon kurz hinter dem Friedhof. Das wollen wir uns im Urlaub nicht antun und kehren lieber wieder um.

Ich gehe mit Vanessa ein wenig an den Ortsstrand zum Baden und wir faulenzen ausgiebig.

Abends treffen wir uns mit Uli im „Agkira“. Ich bestelle meinen dortigen Lieblingswein, den Rosé und Wirt Manolis sagt plötzlich „Ah, now I remember you !“. Anscheinend sind ihm die zwei Damen (Nicole und ich), die im letzte Oktober die Rosé-Vorräte schrumpfen ließen, in Erinnerung geblieben. Na ja, auch ein schlechter Ruf verpflichtet… :-)

13. Tag:

Heute wollen wir uns aber schon noch mal ein Bisschen bewegen und die Dreiviertelstunde zum Aspros Kavos wandern. Es ist mal wieder ganz schön warm und Vanessa hat nicht wirklich Spaß daran, aber läuft tapfer mit.

Ich kenne die Bucht beim weißen Felsentor eigentlich nur menschenleer, aber heute ist der Strand von FKK-Anhängern in Beschlag genommen. Vanessa staunt nicht schlecht, immerhin tragen die Leute in unserem Strandbad am Bodensee immer alle Badekleidung. Ich erkläre ihr, was Menschen bewegt, ihre Hüllen an so einem abgelegenen Strand fallen zu lassen, aber die Sache ist ihr nicht so ganz geheuer.

Also machen wir es uns auf der anderen Seite des Felsens gemütlich, der die Bucht begrenzt. Vanessa klettert begeistert in den weißen Felsen herum und wir füttern die Fische mit Salzstangen.

Abends kehren wir mal wieder im „Karavopetra“ ein, da Martin auf der Speisekarte eine griechische Bratwurst entdeckt hat, die er unbedingt probieren möchte. Er bekommt ein Riesenteil von Wurst, die auch noch sehr gut schmeckt, während ich mich über ein Moussaka hermache.

14. Tag:

Was macht eine griechische Familie am Sonntag ? Sie fährt mit Kind und Kegel und einigen Freunden an den Strand zum Baden, Fischen, Plaudern, Essen, Trinken (Wasser ! ;-) und Lachen… Wir freuen uns riesig, als wir gefragt werden, ob wir mitkommen wollen an den Mykali – Strand. Natürlich wollen wir !

Es ist ein wunderschöner sonniger Tag nur das Wasser ist immer noch ein bisschen „frisch“. Am frühen Nachmittag versammeln wir uns alle an einem langen Tisch in der Taverne „Oasis“. Maria schleppt Unmengen von Tellern mit allerlei Leckereien heran:

Gegrillter Octopus, überbackene Garnelen, Tsatsiki, Kalamares, Auberginenpaste, Muscheln mit Reis, verschiedene Salate und… und… und…

Nach dem Essen wird es still am Strand, wo zuvor noch fröhlich geplappert und erzählt wurde. Alle dösen vor sich hin, und genießen den Tag.
Für uns ist dieser Ausflug eines der Highlights unseres Urlaubs. Nur Schade, dass wir morgen schon wieder nach Hause müssen…

15. Tag:

Nach dem Frühstück steht auch schon das Taxi bereit und bringt uns zum Flughafen. Wir sind erleichtert, diesmal einen manierlichen Fahrer erwischt zu haben, nachdem wir vor 2 Jahren mit einem Universalgenie unterwegs waren. Der konnte gleichzeitig Geld zählen und mit dem Handy telefonieren während er einen Bus überholt hat…

Nach einem ruhigen Rückflug kommen wir bei 13°C wieder in Zürich an, wo mein Vater schon mit unserer Familienkutsche auf uns wartet…

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