Kosta kaputt…

Die Geschichte einer besonderen Freundschaft – von Jörg

Im August, Mitte der 80er Jahre war es wohl. Meine damalige Lebensabschnittgefährtin Ira und ich, sowie ein Paar aus dem Odenwald machten uns auf zum wunderschönen Dorf Mili.

Von Ireon aus am Imvrassos entlang spazierten wir in das Landesinnere. Wir schauten uns an der Straße die Meiler an und begaben uns zum Dorfanfang. Tja, vor ca . 20 Jahren waren wir schon noch die Exoten dort. Ein Mann kam auf uns zu und gab uns ein Paar getrocknete Feigen und jedem von uns einen kleinen Becher Wein. Wir wussten gar nicht wie uns geschah, denn er verschwand sogleich lächelnd. Wenn wir doch wenigsten Danke sagen könnten. Tja, da standen wir nun wie bestellt und nicht abgeholt. Es sollte sich aber in diesem Dorf speziell für mich noch einiges erheiterndes einstellen. Der Beginn einer sehr guten Bekanntschaft mit einem Einheimischen nahm seinen Lauf.

Wir begaben uns nach der Dorfbesichtigung zaghaft zur Platia. 3 Tavernen waren dort zur Auswahl. Was tun sprach Zeus? Ich erinnerte mich an meinen damaligen Reiseführer, der unwissenden Touris den rechten Pfad weisen wollte und den Vorschlag beinhaltete doch dort einzukehren, wo auch die Einheimischen verkehrten.

Es war die Taverne von Mimis Eltern, die wir uns aussuchten. Oben gelegen schauten wir auf das Treiben der unten gelegenen Tavernen. Die zwei Maulbeerbäume spendeten Schatten für die Menschen dort unten. Zwischen den beiden Tavernen wurde von innen die Haustür geöffnet und ein weißhaariger Mann ging auf uns zu, begrüßte uns und setzte sich an den Nebentisch zu einem Mann.

Dieser Mann ist uns bereits aufgefallen. Man muß es gesehen haben, wie er jeden hier musterte. Dieser Blick, diese freundliche Erscheinung und wieder dieses mustern in seinen Augen. Die beiden Männer sprachen miteinander und der „Musterer“ ergriff das Wort. Sind sie aus Deutschland fragte er uns. Ja, wir sind alle daher. Der andere Herr sagte dem Musterer etwas, worauf er uns dann fragte. Möchten sie sich zu uns setzen?. Ja gerne und wir wechselten die Plätze. Ein klein wenig überfordert mit der Situation harrten wir der Dinge, die nun auf uns zukamen.

Der Musterer erhob das Wort und sagte, dass ist Dimitrios, der Bürgermeister von Mili. Mein Name ist Konstantin und ich habe in Düsseldorf gearbeitet. Wir nannten unsere Namen und aus welcher Region Deutschlands wir stammen. Kosta, so nannte ich ihn später übersetztes das ganze dem Bürgermeister. Dimitrios ist heute noch ein sehr herzlicher Mensch. Leider konnte ich mich nicht mit ihm verständigen, da er griechisch und französisch sprach und bei mir war es eben nur englisch und deutsch als Muttersprache. Christina und Ira aber konnten sich mit ihm auf französisch verständigen. Ca. 1100 Uhr war es und es sollte ein toller Tag werden. Kosta stellte sogleich fest, dass ich wie er auch dem Mythos nicht abgeneigt war und bestellte was das Zeug hielt. Wir wurden alle ein wenig lauter und hatten einen großen Spaß miteinander.

Die Leute schauten nun auch zu uns hoch und wir waren am Lachen. Kosta berichtete uns, dass er drei Dinge gar nicht leiden konnte. Seine Düsseldorfer Mietwohnung, seinen Wecker und vor allem seinen damaligen Meister. Dieser Zwang sprach Kosta, dieser Zwang immer zu einer vorher bestimmten Zeit am Arbeitsplatz zu sein, nimmt mir auf Dauer die Freude am Leben. Er kehrte nach einigen Jahren in sein Dorf Mili zurück. Es gesellten sich einige Einheimische kurz zu uns und bestellten zu Essen und Getränke und verschwanden sogleich. Das sah aus bei uns auf dem Tisch, unglaublich. Die schönsten Dinge zu Essen, Karaffen mit Wein, Flaschen und noch ein Tisch ran und noch ein Gast am Tisch und weiter so. Die Damen tranken Wein, Roland, Kosta und ich eben Mythos. Es wurde weiter Essen serviert. Kosta, wir haben doch nichts bestellt!. Ja, das stimmt und deshalb habe ich das übernommen. Bitte esst, denn ihr seit Dimitrios und meine Gäste. Wie unangenehm dachte ich mir. Ich war mit dieser Situation überfordert und ein wenig unerfahren und der Meinung, ich müsste nun auch mal was auf den Tisch stellen und wollte bestellen. Ich wurde ignoriert. Kosta sagte, Jorgo (Jörg konnte er nicht sagen), Jorgo mach das nicht. Wir sind hier nicht in Deutschland. Hier ticken die Uhren anders. In seinem gebrochenen Deutsch hörte sich das gigantisch an, wir freuten uns darüber und erst Recht über die Uhren, die Kosta ja nun gar nicht schätzt. Dirmitrios verabschiedete sich von uns, denn er hätte noch eine Menge zu erledigen und steckte den Frauen und uns Basilikum hinter das Ohr. Ihr seit willkommen, soll das bedeuten. Kosta meinte er, würde sicherlich noch bleiben.

Viele Jahre später sollte ich erfahren, dass Kosta ziemlich alleine war. Er freute sich über eine Abwechslung. Dazu später mehr.

Ouzo wurde uns gereicht. Kosta sagte, dass die Wirkung mit Bier recht heftig sein könne. Egal, was für ein Tag heute. Mythos passte auch nicht mehr rein, also haben wir mit Ouzo und Wasser weitergemacht. Costa selbst trank keinen Ouzo mehr, denn daran, wie er meinte, wäre er fast einmal ums Leben gekommen und drei Tage verschollen gewesen. Die Leute erzählten mir hinterher, dass sie mich nach Hause bringen wollten. Ich soll gesagt haben, dass ich hier gar nicht wohne. Irgendwann war ich wieder hier. Nie wieder Ouzo. Aha dachte ich, also ich komme aus Hamburg, dann bin ich ja noch nicht so angedüdelt. Die Frauen verabschiedeten sich nun nach Ireon, Roland und ich schauten uns an und meinten übereinstimmend, ja geht nur vor, denn wir kommen auch bald nach. Was für ein grober Unfug, den wir den Mädels mit auf den Weg gaben, denn daran dachten wir nun gar nicht.

Es wurde dunkel und wir waren noch immer bester Laune. In den unteren Tavernen war nun auch schon das Abendgeschäft gelaufen und wir saßen mit unserem Kosta immer noch am Tisch zusammen. Auf einmal kam Dimitrios wieder, sah uns und lachte. Er tuschelte mit Kosta. Kosta sagte zu uns,daß Dimi uns nun nach Ireon fährt. Cool dachte ich, denn ich wurde noch nie von einem Bürgermeister gefahren. Nun ging es um die Zeche. Wieder einmal unerfahren wie ich war bin ich in die Taverne um zu begleichen. Ich erntete kopfschütteln. Kosta bekam das mit und sagte zu mir, dass er uns sehr gerne mag, wir aber nicht hier deutsch handeln sollen. Das wäre heute ganz allein seine Angelegenheit. Ich nickte und wir umarmten uns. Jorgo kommt ihr mich alle noch einmal besuchen. Klar Kosta, Ira und ich schon nur Christina und Roland nicht, da sie demnächst abreisen werden. Roland und ich gingen zur Straße runter am Brunnen entlang und rechts zu dem Parkplatz, da steht wohl sein……. Was für ein Spaß. Das ist ja ein Dreiradtraktor. Ich war verzückt ob diesem Gefährt und Roland saß sogleich neben Dimitrios. Jorgo, hinten rauf und stell die Käfige zusammen meinte Kosta. Käfige???? Oh nein!!! Hühner guckten mich verdutzt an. Naja für die war das auch ´ne Premiere. Noch nie hatten sie vorher mit einen angedüdelten Hamburger auf der Ladefläche verbracht. Obwohl ich schon wieder Hunger hatte, behandelte ich das Federvieh recht pfleglich. Tage später sollte ich allerdings über Kosta erfahren, dass ich den Viechern auf der Fahrt nach Ireon das Sprechen beibringen wollte. Naja, da war wohl etwas am Bauernsalat gewesen. Kann passieren.

Einige Tage später war ich mit Ira wieder in Mili. Wir hatten uns vorher verständigt, dass egal was passieren sollte, wir uns rechtzeitig und per Pedes bei klarem Verstand wieder nach Ireon aufmachen würden. Wir kamen nun an der Platia an und wurden auch von uns fremden Einheimischen begrüßt. Jassu hier Jassu dort. Naja, ist doch toll. Und da saß er wieder. Weiße Haare, weißes Oberhemd und dunkle Hose. Mein Kosta. Sogleich stand er auf als er uns erblickte, umarmte uns und bat uns an seinen Tisch. Wir plauderten miteinander und erinnerten uns an das schöne Treffen von vor einigen Tagen. Wir unterbreiteten Kosta, dass wir nun Abschied nehmen möchten, da unser Flugzeug am nächsten Tag uns nach Hause bringen würde. Kosta schaute uns an und fragte ob es uns auf Samos gefallen habe. Ja, natürlich und wir hatten auch für zwei Tage ein Auto und haben längst noch nicht alles gesehen. Kosta meinte, dass schon manche andere Besucher zu ihm gesagt hätten sie würden wiederkommen. Er will sich überraschen lassen und wünsche uns alles Gute. Bei der Verabschiedung hatte ich einen Kloß im Hals. Es tat mit schon ein wenig weh Kosta nicht mehr zu sehen.

Anfang des neuen Jahres buchten wir sogleich Samos/ Ireon. Am zweiten Tag sind wir sofort nach Mili gewandert. Unterwegs sind wir am Imvrassos an Kakteen vorbeigekommen und haben einen Teil derer Früchte geerntet. Also, ich arme Sau habe geerntet. Nachdem wir die Kaktusfeigen verstaut hatten, um sie in Mili zu verspeisen verspürte ich beim Verschließen meines Rucksackes einen Schmerz in beiden Händen. Nichts zu sehen aber ein Schmerz. Ich erinnere mich, dass ich mein Hemd in die Hose stopfen wollte und wieder dieser Schmerz da war. Die Hand gegen die Sonne und da sahen Ira und ich dieses Dilemma. Ich Jorgo, unerfahren und deshalb auch ein wenig blöde hatte beim Ernten der Früchte keine Wurstzange oder Stofffetzen in Händen gehabt, dafür aber eine Hundertschaft an feinen Stacheln. Und nun???

Wir gingen weiter und kamen bald in Mili an. Kosta erspähte uns sogleich, stand auf und wir gingen auf ihn zu. Mensch war das herzlich. Kann mir keiner erzählen, dass das nicht so war wie es aussah. Kosta, ich kann dir nicht die Hand geben, weil…….

Jorgo, wie blöd bist du denn eigentlich. Kosta hatte das wohl in Düsseldorf oft hören müssen und hat es fast akzentfrei rübergebracht. Er nahm mich beim Unterarm und stellte mich an die Wand. Nein liebe Leser, nichts nachhaltig Schlimmes ist mir widerfahren, nur ein wenig Improvisation wurde mir zu Teil. Strecke deine Hände aus und lege die Hände an die Wand. Und runter mit den Händen. Das war nicht schön so entlang am Rauputz. Nichtgezählte Wiederholungen ereigneten sich, bis Kosta entschied, dass es wohl genug ist. Das saß ich nun, ein wenig abgeschürfte und gerötete Haut in der Innenhand und Mimis Papa (leider kenne ich seinen Namen nicht) kam auf mich leicht gebeugt mit der Ouzobuddel in Vorhalte auf mich zu und wollte einschenken. Jorgo, öffne deine Hände. Kosta, ich hab kein Glas. Jorgo, das ist zum desinfizieren deiner Hände. Nein Kosta, das brennt doch so. Wirst du „Himmelhund“ wohl nicht weinen!. Beide Hände würden „bedient“ und Papa verschwand kichernd in seiner Taverne. Nicht, dass anderen Einheimische das mitbekommen hätten, neeeeiiinnn nur das nicht. Kosta lachte und nannte mich Himmelhund. Du Knallkopp war meine Antwort. Er freute sich, dass wir unsere Zusage eingehalten hatten und zu ihm zu Besuch waren. Dimitrios begegneten wir auch sogleich und wir wurden wieder herzlich von ihm empfangen.

So war es nun schon zur Gewohnheit geworden, dass ich ein oder auch zweimal im Jahr auf Samos meinen Urlaub verbrachte. Ich war nun alleine im Urlaub, denn Ira und ich gingen fortan getrennte Wege. Im vorherigen Jahr hatte Knallkoppkosta mir von seinem tollen Garten berichtet und wie gerne er dort wäre. Ich selbst habe mich davon überzeugt, wie heimisch und liebevoll er seinen Garten angelegt hatte. Im Jahr darauf habe ich ihm ein Radio besorgt, dass sowohl per Kabelabschluss als auch batteriebetrieben werden konnte. Aufladbare Akkus habe ich ihm mitgebracht. Wir Germanen waren ja in schon ein wenig auf die Natur bedacht. Ich war nun bevor ich zur Platia ging sehr früh in seinen Garten. Der Garten befand sich in der Ringstraße nach Koumaradei vor dem Friedhof rechts den Hang runter. Mit Wasseranschluss ganz toll gemacht. Ich machte das Radio an stellte es auf die Fensterbank seiner Hütte. Danach ging ich zur Platia und begrüßte Kosta, der wie gehabt schon seinen Samosbrand trank. Im Samosbrand hatte er einen Bonbon. Das ist lecker sagte er. Probiere doch mal. Nun, ich bekam einen Samosbrand ohne Bonbon und habe festgestellt, dass dieser Band viel besser schmeckt als ein x-Sterne Metaxxa. Kosta, mein liebevoller Knallkopp, hier ist es langweilig, laß uns zu deinem Garten gehen. Klar machen wir und los ging es. Was ist das für ein Lärm in meinem Garten fragte er. Ich grinste und Kosta schlug sich auf die Oberschenkel vor Freude über den kleinen Weltempfänger. Knallkopp, du kannst auch Düsseldorf damit empfangen sagte ich zu ihm. Komm mir nicht mehr mit Düsseldorf. Das ist Vergangenheit. Kosta war verzückt nicht mehr teure Batterien kaufen zu müssen und wir haben uns bei unseren Treffen der gesamten drei Wochen über die Akkus unterhalten müssen.

Ich habe Kosta gefragt, wovon er nun lebt. Er bekommt hier ein wenig Rente, hat da ein kleine Einnahme und hier macht er……. Kosta war zuständig für das stecken der Bewässerungsschilde. Ich weiß nicht, wie ich es anders beschreiben sollte. Die Citrushaine werden mit Quellwasser versorgt. Um das Wasser so zu leiten, dass alle Haine etwas davon abbekommen wird der Wasserstrom geleitet. Das machte man mittels der Schilde in den kleinen künstlich angelegten Kanälen. Kosta war für das Stecken zuständig. Kosta sagte mir, dass er dafür ca. DRS 1.300 –1.500 täglich erhalten würde und dafür ca. 2-3 Std benötigt. Kosta, warum arbeitest Du nicht mehr und verdienst somit auch mehr Geld? Ach Jorgo, das war in Düsseldorf schon so. Ich mag das nicht. Jorgo ich habe für mich persönlich ca. Drs 1.300-1.500. Ich benötige meistens nicht einmal alles Geld am Tag für mich. Warum soll ich also mehr arbeiten, obwohl ich es gar nicht gebrauche? Tja, da stand ich nun mit meinem angenähten Hals und hatte keine Antwort parat gehabt. Was für eine Lebenseinstellung. Nun gut, dass er noch andere Einnahmen hatte.

So vergingen die Jahre und es war für mich immer selbstverständlich den ersten Weg des neuen Tages auf Samos nach Mili einzuschlagen. Jassu Himmelhund, Moin Knallkopp und wir lagen uns in den Armen. Wir tauschten uns aus und tranken viel weniger als noch vor Jahren. Ja, auch ich wurde ruhiger. Kosta bat mich im September 1999 in seinen Garten. Wir grillten dort. Kosta sprach zum erstenmal von seiner Familie. Ich hatte mich schon gewundert, warum dieses Thema nie aufkam. Über die Jahre auf Samos hatte ich aber verstanden solche privaten Angelegenheiten nicht zu hinterfragen, sondern zu warten bis es zum Thema wird. Was war das vorgestern für ein Mädchen??. Hab ich in Ireon kennen gelernt. Nichts ernstes Kosta. Nur ein Urlaubsflirt. Ach so. Ich dachte du willst eine Familie. Schon Kosta, nur vermute ich meine zukünftige Frau nicht in einer Urlauberin auf Samos. Nun Jörg, er sagte nicht Jorgo. Es ging also doch. Jörg, ich hatte auch einen Jungen. Er muß ungefähr in deinem Alter sein. Er ist noch nicht einmal mit 17 Jahren verstorben. Es schnürte mir meinen Hals zu. Konstantin, was ist jetzt los dachte ich. Mein Sohn verstarb urplötzlich und wir wissen nicht genau warum. Habt ihr das nicht untersuchen lassen?. Jorgo sagte er dann wieder, Jorgo hier wird so etwas nicht untersucht. Meine Frau aber hat mir die Schuld gegeben, dass ich mich nicht rechtzeitig um einen Arzt bemüht habe. Sie gibt mit die Schuld am Tod unseres Sohnes. Seit seinem Tod sprechen wir nicht mehr miteinander. Mensch Kosta, das sind keine schönen Zustände. Laß uns nach Chora fahren. Ich bin mit einem Auto hier und wir essen jetzt eine Kleinigkeit. Endlich durfte ich meinen Knallkopp mal einladen. Doch schmerzte mich sein Bericht von soeben. Wir waren in Chora und entschlossen uns danach einen Kaffee in Vathy zu trinken. Ich merkte Kosta an, dass ihm diese Abwechslung gut tat und fragte ihn, ob wir in Vourliotes noch eine Kleinigkeit essen wollen. Essen nicht, aber dahin würde er schon gerne fahren wollen. Als Junge war er zuletzt dort. Da hat sich bestimmt schon einiges getan…….

So kam der September 2001. Heike und ich gingen nach Mili. Ich habe Heike zuvor von Kosta berichtet und ihr Mili anhand von Bildern gezeigt. Kosta saß nun nicht mehr bei Mimis, mit dem er verkracht war, sondern unten in der Taverne Alekos. Maria heißt die Wirtin. Wie immer, Kosta stand auf wir lagen uns in den Armen und ich stellte ihm Heike vor. Knallkopp, warum bist du nicht bei Mimis. Nöööooohhaää. Ich habe Probleme mit Ihm. Ich ging zu Mimis, der mich bereits gesehen hatte und begrüßte ihn. Mimis nahm sofort jegliche Unannehmlichkeit aus dem Weg und sagte mir, dass er gar keine Probleme hätte, wenn ich mich zu Konstantin setzen würde, da wir ja Freunde wären. Ich habe mich bei ihm für sein Verständnis bedankt und bin zu Kostaknallkopp zur Taverne Alekos. Nachdem Heike mal wohin musste, nahm er meine Hand und sagte zu mir, dass ich nun am Ziel sei und diese Frau nun nicht mehr gehen lassen dürfte. Klar Kosta, hab ich mir auch schon so überlegt, sagte ich zu ihm. Wir saßen zusammen und tranken gesittet. Nachdem Heike uns wieder kurz verlassen musste fragte er mich, ob ich nicht mehr mit ihm trinken wolle. Kosta, mein Freund (Xenos, war ich nun schon lange nicht mehr), ich möchte nicht mehr so viel trinken. Wir können auch anders. Laß uns einen Samosbrand und Kaffee trinken und Wasser. Ich mag nicht mehr so viel, sagte ich Kosta. Kosta war das gar nicht Recht und er drängelte auf mehr. Ich lehnte ab und wir gingen wieder nach Ireon. Zweimal sahen wir uns noch und einmal davon in seinem Garten. Es war wieder sehr schön und Heike, Kosta und ich haben ein wenig dort gearbeitet, gegessen und sind dann wieder zur Platia. Wir haben uns voneinander verabschiedet. Es sollte das letzte mal gewesen sein, dass wir uns sahen.

2002 heirateten Heike und ich und verbrachten unsere Flitterwochen auf Amrum. Auf Amrum bin ich zum Teil aufgewachsen. Danach zeigten wir uns gegenseitig erst einmal Deutschland, welches nun um ca. 107.000 km² größer war als zuvor. Deutschland ist so schön und wir hatten eine tolle Zeit. 2003 erhielt ich nun endlich einen Internetzugang und habe im Frühjahr 2005 ein Forum über Samos entdeckt. www.samos.at

Ich habe sofort meine Frage über Mili und Konstantin an die User gerichtet, bis ich die erschütternde Antwort von SusiV bekam, dass Kosta im Frühjahr verstorben sei. Alles passte auf seine Beschreibung. Heike und ich sind im September 2005 dann auf Samos gewesen. Mein Gang am zweiten Tag nach Mili war von schlechten Momenten und Gefühlen begleitet. Mimis erkannte mich nach den Jahren wieder und erklärte mir, dass Kosta verstorben sei. Ich bin sofort zum Friedhof. Da lag er nun. Knallkopp ich bin es, Dein Himmelhund. Hättest Du nicht warten können, fragte ich zum Schrein gerichtet.??

Mili ist nicht mehr so für mich wie es einmal war. 2006 war ich im April dort.

Mimis Taverne hat geschlossen. Der Papa von Mimis ruht nun ebenfalls in Frieden.

Im September 2006 habe ich ohne Heike, mit der ich im nächsten Urlaub wieder Halt auf Samos mache, dafür mit der Webmaid Anja und ihrem Mann dort Rast gemacht.

Maria von der Taverne kam auf mich zu und deutete:

„Du mit Kosta!!!  Kosta kaputt…

3 Antworten auf „Kosta kaputt…“

  1. … was für eine berührende Geschichte –
    DANKE dafür!

    Wunder mich, dass bisher kein Kommentar hierfür geschrieben wurde!

  2. Moin zusammen,

    mein Dank gilt Ingrid und Ralf und all denen, die keinen Kommentar hinterlassen aber bin zum Schluß mitgelesen haben.

    Liebe Grüße
    Jörg

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