Der Weihrauchbecher

Eine kleine Inselgeschichte – von Ingrid (Mai 2013)

Bei einem unserer Ausflüge fuhren wir in das Bergdorf Vourliotis um zum Kloster Vronda zu wandern. Dieses hatten wir im letzten Jahr geschlabbert als wir von Kokkari nach Vourliotis und dann weiter bis Manolates gedackelt waren.

Jetzt also das Auto unterhalb des Dorfes an der Straße abgestellt, Wasser in den Rucksack und ab zum Kloster. Immer schön auf der Asphaltstraße (wie ich das hasse!!!) bergauf. Die Mittagshitze machte uns langsam auch zu schaffen, der Ausblick entschädigte jedoch für die Quälerei.

Endlich, – gemalte Blume auf der Straße, weit ist es nicht mehr -, das Kloster.

Ok., wir wussten ja, dass es teilweise dem großen Brand zum Opfer fiel, aber dafür sah es dann schon wieder ganz passabel aus.

Öffnungszeiten bis 13.00h, nun, wir haben 12.15h, das sollte doch passen. Ein Fall von „Denkste“!

Wie man uns später auf dem Dorfplatz erzählte, gab es am Vorabend ein Fest, Hochwürden hatte wohl tüchtig mitgefeiert ;-) und darum blieb wohl auch das Tor verschlossen.

Wir also ein wenig (ganz geht nicht) drumherum gelaufen, einen Ziegenhirten mit seiner Herde, sehr idyllisch im Schatten des Klosters entdeckt, jedoch, die große Doppeltür und auch eine andere ließen sich nicht öffnen. Schadeee!!!!

Auf einem Schutthaufen sehe ich plötzlich etwas Güldenes blinken – sieht aus wie ein Kännchen oder Kerzenhalter, etwas arg vergammelt zwar, aber für mich schön genug, um es in den Rucksack zu packen.

Der letzte Tag auf Samos – Kofferpacken! Der erste fertig und zu. Plötzlich fragt mein Mann nach diesem Gefäß und wo ich es denn hätte. Upps, keine Ahnung. Bewusst habe ich es nicht eingepackt. Er: „Such es, denn deswegen will ich nicht hier im Gefängnis landen!“ Mist, wo ist dieses vermaledeite Teil?Alles durchgeguckt, letztendlich Koffer wieder ausgepackt, vielleicht in der Tüte mit der Schmutzwäsche? Diese ausgeschüttet – und siehe da, das güldene Kännchen. Habe es gleich geschnappt und runter zu Ulrike. Ihr das Kännchen gezeigt und die Bedenken meines Mannes erzählt. Sie zeigte es auch noch Popi und sagte dann, wir könnten es ruhig mitnehmen, dieses Kännchen würde für Weihrauch genommen und man kann es in Pythagorio zuhauf kaufen. Es hat keinen materiellen Wert. Grinsend über beide Backen lief ich zurück ins Zimmer.

Das Weihrauchkännchen also zurück in den Schmutzwäschebeutel und in den Koffer.

Jetzt steht es neben der Tastatur, erinnert mich an diese kleine Episode und an das Kloster Vronda.

 

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