Besteigung des Vigla / Kerkis

Eine besondere Bergtour – von Heiko

p1010166Da ich den Berg 2005 nicht erklimmen konnte, kehrte ich im Mai 2006 mit einem anderen Freund und Kollegen, welcher Werner heißt, wieder zurück nach Samos

Gewohnt haben wir, wie auch in den vergangenen Jahren im Ort Votsalakia, der, wenn man es genau nimmt eigentlich Kampos heißt. Votsalakia ist eigentlich eine Taverne bzw. Hotel um welches sich Ende der 1960 Jahre bis heute der Ort gebildet hat und nun auch in den meisten Katalogen als solcher geführt wird.

In eben diesem Hotel waren wir auch dieses Jahr wieder untergebracht.

Ich kann das Hotel Votsalakia nur wärmstens empfehlen zumal mir die Hoteliersfamilie, schon ans Herz gewachsen ist. Das Hotel wird familiär geführt und neben Englisch wird auch Deutsch an der Rezeption gesprochen. Das Personal ist superfreundlich und das Essen welches man in der zum Hotel gehörenden Taverne angeboten bekommt ist super lecker.

Unsere erste Wanderung ließen wir etwas langsamer angehen und wanderten zur,

in der Nähe von Votsalakia gelegenen, Pythagoras Höhle. Diese erreichten wir nach ca. 1-1,5 Stunden.

Nach Erklimmen zahlreicher Stufen steht man vor zwei Höhlen, vor dessen Eingängen sich eine kleine Kapelle befindet.

In der linken Höhle haben wir einen Stein in den schwarzen Abgrund geworfen, welcher sehr tief sein muss, denn den Aufprall des Steins haben wir nicht gehört….

Die eigentlich Höhle, in der sich der Pythagoras vor dem Tyrannen Polykrates versteckte, ist aber, wie wir erfuhren, noch ein Stück weiter an der Felswand versteckt.

Tags darauf mieteten wir uns ein Fahrzeug um eine Inselrundfahrt zu starten. Da Werner, das erste Mal auf Samos war, bot sich diese Möglichkeit an, um ihm einen ersten Eindruck der Insel zu vermitteln. Da ich nun schon das vierte Mal zu Gast auf der Insel war kannte ich mich mittlerweile schon relativ gut aus und so verzichteten wir auf eine Busrundfahrt.

Am vorletzten Tag war es dann endlich soweit, morgens um 9 Uhr traten wir vom Hotel aus den Weg zum Kerkis Gipfel an. In dieser Jahreszeit ist es durchaus noch möglich erst so „spät“ zu starten.

Nach ca. 1,5 Stunden erreichten wir das Kloster Evangelistrias. Wie ich schon in meinem Bericht „Samos- Magie eines Ortes“ erwähnt hatte, wurde wir immer sehr freundlich von den Nonnen empfangen, und so gab es auch dieses Mal wieder eine kleine Aufmerksamkeit in Form einer Süßigkeit.

Man sollte schon allein aus Respekt eine kleine Spende in der Kapelle zurück lassen. Auch freuen sich die Nonnen über Gaben, beispielsweise in Form von Keksen oder Schokolade.

Man hat bereits vom Kloster schon eine hervorragende Aussicht, jedoch sollte man nicht allzu lange dort verweilen, denn ab hier hat man noch nicht einmal die Hälfte des Weges zurückgelegt. Hinter dem Kloster führt der Weg dann noch ein Stück weit durch ein Wäldchen, bevor es dann endgültig durch größere Geröllwüsten weitergeht, bei welchen jeder Schritt sitzen muss. Ab hier herrschen dann auch alpine Verhältnisse. Für normale Wanderer, die nicht schwindelfrei sind, sollte hier Schluss sein.

Auf gar keinen Fall sollte man alleine auf den Gipfel steigen und vor allem sollte man immer genügend Wasservorrat dabei haben.

Größtenteils ist der Weg durch rote Punkte oder kleiner Steinhaufen markiert, nach welchen man sich auch orientieren sollte. Ich hätte es zwar vorher nie für möglich gehalten aber es besteht tatsächlich die Gefahr, dass man sich da oben verlaufen kann, da alles wirklich gleich aussieht und allein die Tatsache, dass es überall Schluchten, Felsspalten und Abgründe gibt, macht die Geschichte dann nicht ganz ungefährlich.

So cirka eine dreiviertel Stunde nachdem wir das Kloster verlassen hatten, wurde der Weg wieder etwas angenehmer und wo ich eigentlich nur karge Felsen und Geröll erwartet hätte, zeigten sich grüne Wiesen mit unterschiedlichsten blühenden Blumen.

Wieder ca. 30 Minuten später erreichten wir die Profitis Ilias Kapelle, zu welcher auch zwei Räume gehören, die als Notunterkunft dienen sollen, falls man doch einmal vom Wetter überrascht wird. Die beiden Räume jedoch sind in einem sehr desolaten Zustand…

Wir hielten uns nicht lange an der Ilias Kapelle auf sondern setzten unsere Tour gleich wieder fort. Eine gute Stunde nach dem wir die Kapelle verlassen hatten, erreichten wir endlich den Gipfel. Auf dem Weg dorthin kommt man noch an einer kleinen Quelle vorbei an welcher man sich erfrischen kann.

Allerdings war auch kurz nach der Quelle wieder Schluss mit dem normalen Weg. Wir verließen nun endgültig die grüne Vegetation. Der Weg wurde wieder steil und abermals führte er uns durch eine Geröllwüste, doch die Aussicht, welche wir vom Gipfel hatten, war absolut gigantisch und unvergesslich und entschädigte uns für alle Strapazen.

Auf dem Rückweg machten wir keine Rast mehr so dass wir nach ca. 3 Stunden und 45 Minuten wieder im Tal waren.

…endlich hatte ich es geschafft mir diesen Wunsch zu erfüllen.

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Eine Antwort auf „Besteigung des Vigla / Kerkis“

  1. Votsalakia ist tatsächlich ein interessanter Ort, insofern man dort auch die Möglichkeit für Entspannung am Strand hat, wenn man nicht eine Besteigung vom Berg Kirkis unternehmen kann, welche sich jedenfalls lohnt. Der Ort ist touristisch entwickelt, aber er ist eher ruhiger als die anderen gut besuchbaren Orte wie z.B. Kokkari auf der Insel.

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