2010 – 9. Tag: Regen und der kleine Teufel

Der Himmel über Ireon ist morgens strahlend blau, aber über dem Ambelos-Gebirge und nördlich davon hängen dicke, dunkle Wolken. Trotzdem behalten wir unseren Plan bei, von Potami zu den Seitani-Stränden zu wandern.

Kurz hinter Mytillinii treffen uns die ersten Tropfen, bei Kokkari nieselt es und in Agios Konstantinos giesst es wie aus Kübeln. Weiter westlich sieht es aber gar nicht mal so schlecht aus und in Karlovassi ist es völlig trocken. Also fahren wir weiter, am Potami-Strand vorbei und an dessen Ende ein Stück die Betonpiste hinauf, wo wir das Auto dann abstellen.
Dank der roten Markierungen finden wir den Einstieg des Pfades zu den Seitanis ohne Probleme und folgen dem Weg über Oliventerrassen, durch kleine Wäldchen und später an der Felswand entlang. Das Rauschen der Brandung verrät die Nähe des Mikro Seitani (Kleiner Teufel) und bald sehen wir auch von oben auf die Bucht mit dem türkisblauen Wasser hinab.

Ein weiterer Blick hinüber zum Megalo Seitani (Großer Teufel) zeigt uns, daß dieser Strand am heutigen Sonntag von griechischen Bootsausflüglern belagert ist und wir beschließen, uns den Weg dorthin zu sparen und es uns dafür beim Kleinen Teufel gemütlich zu machen.

Ich vertreibe mir die Zeit mit Dösen, Lesen und Fotografieren, während Susanne sich wieder um die Erweiterung ihrer Muschelsammlung kümmert. Ab und zu kommen Wanderer vorbei, einge lassen sich für eine Weile am Strand nieder, aber es ist trotzdem herrlich ruhig. Besonders freut es uns, daß trotz der dunklen Wolken ringsum, der Mikro Seitani die ganze Zeit von der Sonne beschienen wird.

Zurück am Auto verspüren wir ein leichtes Hungergefühl und beschließen, gelegentlich eine Taverne aufzusuchen. Zunächst wollen wir aber noch einmal die Betonpiste zwischen Potami und Leka befahren, die uns bei der Tour mit Imker Tobi so gut gefallen hat. Dieses Mal haben wir Gelegenheit, immer wieder für einen Fotostopp anzuhalten und entdecken so, das byzantinische Kastell auf der anderen Seite des Tales und ein nettes Hinweisschild auf einen Pfad, der zu den Wasserfällen von Potami hinabführt. Leider haben wir kein „A“ mit, sonst hätten wir es gerne gespendet… ;-)

Viel Spaß haben wir auch bei der Fahrt durch Tsourlei, dort stehen zwei Häuser so dicht beieinander, daß unser Spark gerade noch durchpasst. Ein größerer Wagen müsste zumindest die Aussenspiegel einklappen. Vermutlich ist Tsourlei zu einer Zeit entstanden, als die Bevölkerung noch mit Mulis unterwegs war und ich finde es irgendwie sympathisch, daß man sich wenigstens hier nicht den Anforderungen des modernen Verkehrs gebeugt hat.

Über Leka und Karlovassi erreichen wir dann wieder die Hauptstraße im Norden. Noch einen kurzen Halt müssen wir machen, als wir die „Nissos Mykonos“, die Samos mit Piräus verbindet, auf den Hafen von Karlovassi zudampfen sehen. Dann können wir uns endlich auf die Suche nach einer Taverne machen.

Inzwischen regnet es wieder kräftig und wir versuchen daher eine Taverne zu finden, die Plätze im Trockenen bietet. Wir nehmen die Straße in Richtung Vourliotes, schauen in Pnaka vorbei, aber da ist wie fast erwartet geschlossen. Also weiter den Berg hinauf bis nach Vourliotes, vielleicht im „Pera Vrissi“ ? Leider auch nicht, alle trockenen Plätze sind besetzt, ebenso wie sämtliche Parkplätze ringsum. Zudem hat sich durch das Regenwasser auf der Straße ein reissendes Bächlein gebildet und wir kehren lieber wieder um.

Mir fällt noch die Taverne „Marina“ an der Umgehungsstraße von Kokkari ein, von der ich schon viel Gutes gehört habe und wir versuchen dort unser Glück. Tatsächlich ist hier noch reichlich Platz auf der überdachten Terrasse und wir bestellen zufrieden Mousaka und Bauernsalat. Der Service ist sehr freundlich und das Essen lecker, also werden wir uns diese Adresse auf jeden Fall für weitere Hungeranfälle an der Nordküste merken.

Jetzt zeigt sich auch der Himmel wieder strahlend blau und der Dunst, der sonst so oft über der Insel hängt, wurde vom Regen weggewaschen. Wir freuen uns bei der Rückfahrt über die klaren Farben und das schöne Licht und müssen immer wieder kleine Fotostopps einlegen.

Morgen müssen wir schon wieder nach Hause. Den Abend verbringen wir also mit einem letzten Essen im Agkira und der inzwischen schon traditionellen Abschiedsrunde in der Anemos Bar.

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