2010 – 7. Tag: Pefkos und Bienen

Irgendwann hatte ich Susanne vom Sonnenaufgang in Ireon vorgeschwärmt und heute haben wir es endlich geschafft, rechtzeitig aufzustehen. Wir wählen als Standort den Fischerhafen, von dem man einen schönen Blick auf die türkische Küste im Osten hat. Zunächst zeigt sich nur ein hellrosa Streifen über dem Küstengebirge, der immer größer und heller wird, bis die Sonne in voller Pracht am Himmel erscheint. Der Fischerhafen erwacht parallel zum Leben und immer wieder tuckern Boote hinaus aufs Meer.

Nach dem Frühstück fahren wir nach Potokaki, da ich nach der Pleite im letzten Jahr noch einmal versuchen will, einige startende Flugzeuge für die Trauminsel-Seite abzulichten.
Ich bin mit der Ausbeute sehr zufrieden und so kann es weitergehen zum Kloster Megalis Panagias und dann in Richtung Mittagessen.

Im letzten Jahr war ich zum ersten Mal am Strand von Pefkos und habe die Ouzeri „Bella Vista“ kennengelernt. Da ich von der Ruhe am Strand und vom Essen im Bella Vista gleichermaßen angetan war, musste auch dieses Jahr ein Abstecher dorthin sein.

Wieder lassen wir den kleinen Chevi über die Betonpiste bei Neohori ruckeln, machen einen Fotostopp bei einer hübsch gelegenen Kapelle und fahren dann weiter der Küste zu.
Um die Mittagszeit kommen wir in Pefkos an und beschließen erst zu essen, bevor wir es uns am Strand gemütlich machen. Besonders viel los ist in Pefkos selten, aber es erstaunt mich trotzdem, daß der Wirt mich wiedererkennt. Ich kann mich nicht erinnern, mich im letzten Jahr besonders auffällig benommen zu haben… ;-)

Wir bestellen ein halbes Kilo* Retsina und wählen auf die Frage, ob wir Fisch- oder Fleischmezedes möchten, die Alternative „gemischt“.
Mehr Auswahl ist nicht, es kommt auf den Tisch, was die Küche hergibt. Heute sind das: Fleischbällchen in Tomatensauce, Thunfischsalat, „Falsche Frikadellen“ aus Kartoffelteig, frittierte Minifische und Schweinebraten (!) mit Kartoffeln. Was hier als „Snack“ serviert wird, kennen wir eigentlich als Sonntagsmenü und alles ist unglaublich lecker.

Satt, zufrieden und etwas schläfrig lassen wir uns dann am Strand im Schatten einer Tamariske nieder. Es sind nur etwa 6-10 Badegäste am Strand und es ist herrlich ruhig. Nur die Kieselsteine knistern im Wellengang.

Später schaue ich mir noch die Unterwasserwelt von Pefkos an, bin aber ziemlich enttäuscht. Vermutlich bietet die Bucht zu wenig Schutz, die Felsen sind fast nur mit Algen bewachsen und es sind nur wenige Fische zu sehen.

Irgendwann dann ein SMS von Tobi, daß er heute Zeit hat, um uns seine Bienen zu zeigen und etwas über die Imkerei auf Samos zu erzählen. Schon seit Jahren versuchen wir, einen gemeinsamen Termin dafür zu finden, aber leider kam bisher immer etwas dazwischen. Wie schön, daß das heute klappt.

Zur vereinbarten Zeit sind wir am Treffpunkt, dem Kreisverkehr in Karlovassi und bald kommt auch Tobi auf seinem Moped angeknattert. Er fährt uns voraus und führt uns über eine Betonpiste zu einem Platz auf halber Höhe nach Leka. Hier stehen eine ganze Menge der typischen Bienenkästen und vier davon gehören unserem Jungimker. Tobi ist in Deutschland aufgewachsen und betreibt seit einigen Jahren mit seinem Vater eine Druckerei in Karlovassi. Die Imkerei ist zu einem Hobby geworden, das er sehr engagiert betreibt und wir lassen uns gerne alles erklären. Natürlich kommt auch der große Waldbrand im August zwischen Kosmadei und Votsalakia zur Sprache, der von einem Imker ausgelöst wurde. Erfreulicherweise geht Tobi mit dem Smoker sehr vorsichtig um, hat eine Flasche Wasser dabei, falls doch mal ein Funke daneben geht und entsorgt die gelöschten Glutreste in eine bereitstehende, verschließbare Blechdose.

Anschließend knattert er uns mit seinem Moped wieder voraus, zuerst nach Leka, dann über eine Betonpiste durch das Potamital an den Potamistrand. Im „Del Mundo“ lassen wir uns einen Frappé schmecken und bestaunen die originelle Einrichtung. Es erinnert mich an eine Mischung aus Orient und Ibiza und lädt zum „Chillen“ ein, wie mein Sohn sagen würde. :-)

Pünktlich zum Sonnenuntergang brechen wir auf und machen noch einen letzten Stop an der modernen Agios Nikolaos Kirche, von deren Terrasse man das Meer im Westen und damit auch die rote Sonne, die darin versinkt, besonders gut sehen kann. Sehr romantisch, aber wir sind natürlich nicht die Einzigen, die diesen Ort kennen…

Viel später als sonst sind wir wieder in Ireon und das Abendstyling beschränkt sich auf eine Katzenwäsche, da das Abendessen im „Agkira“ auf uns wartet.

*Offener Wein wird in Griechenland per Kilo verkauft…

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